Nachschicht
Der Bus kommt nicht
Und käme er doch
Er brächte dich nirgends hin
Schichtende, Tag geschafft
Schon wird der Abend alt
Im Warten in der Station
In Betonwüste und Stahlsumpf
Auf der andern Seite
Verlockt der Ausblick zu Traum
Erinnerung an die Schönheit
Zwischen den Häuserzeilen
Eine Lücke, ein Blick in die Ferne
Auf einer Anhöhe das Kloster
Das längst keins mehr ist
Die Spitze strahlt in rotem Licht
Ein Leuchtturm in der Dunkelheit
Geheimnisvoll, urig, mythisch
Wie es erst aus der Nähe wirken mag
Fragt man sich, ‘nen Ausflug im Sinn
Nur, seien wie ehrlich, wir wissen es
Aus der Nähe wär’s bloß Gemäuer
Nichts weiter
Es wär nur ein Gebäude wie alle sonst
Es gleicht dem Lächeln einer Frau
Die dann wortlos an dir vorbei geht
An der nächsten Station auszusteigen
Im Jenseits ihrer Wege zu schwinden
Atemberaubender Hoffnungsschimmer
Doch dann zerreißt jeder Schritt
Was in dir mit einem erwacht
Nur, seien wir ehrlich, wir wussten es
Der Bus kommt nicht
Und käme er doch
Er brächte dich nirgends hin

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